Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

ECVAET 3 ist gestartet

 

Nach der erfolgreichen Durchführung des EU-Projekts ECVAET 2 wurde Anfang November die Fortsetzung begonnen. In den kommenden Jahren soll ein internationaler Anforderungskatalog für die Meisterausbildung erstellt werden.
Am 3. November traf sich der VPLT mit Partnern aus Österreich, Liechtenstein und der  Schweiz zum offiziellen Kick-off des ECVAET 3 in Vaduz. Das eingespielte Team erarbeitet nun unter der Leitung der Universität Liechtenstein einen Anforderungskatalog an eine Meisterausbildung für die Veranstaltungstechnik für den gesamteuropäischen Raum. Der  dritte ECVAET-Teil basiert dabei auf den ausgezeichneten Ergebnissen der bereits erfolgreich  durchgeführten wissenschaftlichen Studien der ECVAET-Reihe.  (VPLT Inside berichtete)
Dieser Katalog – mit einer Darstellung der fachlichen, sozialen aber auch interkulturellen Kompetenzen – ist ein weiterer Schritt, um in dem globalen Markt der Veranstaltungstechnik
nachhaltige, qualitative und vergleichbare Kompetenzen zu definieren. Der VPLT engagiert sich damit nachhaltig sowohl bei der Implementierung, wie auch der Herstellung einer Vergleichbarkeit der formalen Rahmenbedingungen von Fachkräfteausbildung  der VAT im europäischen Raum. Der VPLT bemüht sich darüber hinaus im TeBeVAT-Projekt  (siehe Seite 28)  der Europäischen Union diese in Deutschland erlangten Kompetenzen auch  für den transnationalen Arbeitsmarkt in Europa durch Vergleiche mit nicht formal erlangten
Kompetenzen in Beziehung zu setzen.

Der VPLT, in diesem Projekt vertreten durch Ralf Stroetmann und Sacha Ritter, freut sich auf weitere zwei Jahre konstruktiver Zusammenarbeit.

 

Im Projekt ECVAET 3 wird das Ziel verfolgt, für den deutschsprachigen Raum in Europa die Anforderung an eine Meisterausbildung für die Veranstaltungstechnik zu identifizieren und in einer nach den VQTS-Prinzipien gestalteten Kompetenzmatrix darzustellen. Derzeit gibt es nur in Deutschland  eine Meisterausbildung für die VAT, in Österreich eine Werkmeisterschule und in Liechtenstein,  welches in der Berufsbildung an die Schweiz angeschlossen ist, keine vergleichbare berufliche Bildung.

Ein Ergebnis aus den Projekten ECVAET und ECVAET 2 ist, dass für die Fachkräfte der Veranstaltungstechnik der länderübergreifende Einsatz von enormer Bedeutung ist, da eine Vielzahl von Produktionen ebenso länderübergreifend stattfindet. Der rechtskonforme Einsatz ist in vielen Fällen noch nicht gegeben, da die internationalen Anerkennungsverfahren in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Europa noch zu viele Lücken aufweisen - so auch in der VAT, obwohl die Fachkräfte im Ländervergleich vergleichbare Qualifikationen aufweisen (weiteres Ergebnis ECVAET und ECVAET2). In ECVAET und ECVAET2 stand die Auseinandersetzung mit Kompetenzen und Fertigkeiten aus der Grundbildung / Lehrlingsausbildung in den deutschsprachigen Ländern im Vordergrund; im Folgeprojekt ECVAET 3 ist es nun die Qualifikation zum Meister in der VAT-Branche.

Die Meisterausbildung in den verschiedenen Fach- und Handwerksberufen stellt die höchste Qualifikation in der Berufsbildung dar und wird in Deutschland dem Bildungsniveau 6 nach DQR / EQR zugeordnet, das selbe Niveau wie auch Qualifikation zum Bachelor in der Hochschulbildung erreicht. In diesem Punkt gibt es Unterschiede in der Zuordnung von beruflichen Qualifikationen zu den anderen Partnerländern. Die Kombination von Berufsbildung und Hochschulbildung, besonders betreffend der für den Meister erforderlichen Management-, Organisations- und Führungsaufgaben zur Schaffung einer einheitlichen Möglichkeit der Zuordnung, ist eine Teilaufgabe des Projekts.

So werden im Projekt ECVAET 3 die Ergebnisse aus den Projekten ECVAET - ECVET in der Veranstaltungstechnik und ECVAET2 - ECVET in der Veranstaltungstechnik in der praktischen Anwendung herangezogen und weiterentwickelt für die Formulierung von anzustrebenden Kompetenzen und Qualifikationen für eine europäische Meisterausbildung, als Empfehlung und ergänzend zu den bisherigen Ergebnissen formuliert. Dabei spielt das höhere Bildungsniveau eine zentrale Rolle, zeigt sich doch aus den Vorerhebungen, dass die Zuordnung der VAT-Meisterausbildung (bzw. vergleichbare) in den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) in unterschiedlichen Ebenen vorgenommen wurde.

Mit der strukturierten Auseinandersetzung und dem Design einer europäischen Meisterausbildung auf Basis der bisherigen Ergebnisse aus den beiden Vorprojekten (und somit die direkte Nutzung der EU-Werkzeuge zur Beruflichen Bildung wie das ECVET System) soll ein weiterer Beitrag zur Entwicklung eines Europäischen Raums der Kompetenzen und Qualifikationen geleistet werden. Ein weiterer Beitrag zur Schaffung von mehr Transparenz in der beruflichen Bildung. Damit werden konkret die Ziele der Europäischen Agenda 2020 zur Schaffung eines einheitlichen Bildungs- und Arbeitsraums adressiert. Das Projekt trägt bei zur Anerkennung und Validierung von Kompetenzen und Qualifikationen, baut auf erprobte Prozesse zur Anerkennung und Validierung von Kompetenzen und entwickelt diese weiter für die fachspezifischen Projektanforderungen. Gleichzeitig adressiert es folgende, in der Broschüre zum ERASMUS+ kommunizierte Wirkungen durch das Programm:

  • Wachsender Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitsplätzen
  • Eine globaler Wettbewerb um Talente: Internationalisierung der Bildung
  • Außerordentliche Ausweitung des Lernens bieten und Nutzung von Potenzialen der IKT
  • Komplementarität zwischen formalem, informellem und nicht formalem Lernen
  • Notwendigkeit einer Annäherung von Bildung an die Bedürfnisse der Arbeitswelt