Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

VPLT Jahresrückblick 2021

 

VPLT Jahresrückblick 2021

Ein ereignisreiches Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Werfen Sie daher mit uns einen kurzen Rückblick auf unsere Verbandsarbeit und einen Ausblick auf die kommenden Vorhaben.

Verstärkte und vereinte Lobbyarbeit
Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf unsere Branche haben auch in diesem Jahr unsere Aktivitäten maßgeblich geprägt. So kümmerte sich der VPLT noch intensiver um die politische Lobbyarbeit im Sinne der Mitglieder, aber auch gesamtheitlich und für die gesamte Veranstaltungsbranche. Im Laufe des Jahres haben wir auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene zahlreiche Gespräche mit Politikerinnen und Politikern über alle Parteigrenzen hinweg geführt. Auf diese Weise konnten wir auf die besonders schwierige Situation für und auf die vielfältigen Besonderheiten in unserer Branche hinweisen.

Tagesgeschäft in der Corona-Krise und ihre Folgen für die Branche
Nach wie vor ist kaum eine Branche so sehr von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen wie die Veranstaltungswirtschaft. In unserer täglichen Arbeit zeigt sich dies beispielsweise in den Themenschwerpunkten Firmenpleiten und Fachkräftemangel und der Entstehung neuer Formate wie beispielsweise hybride Events und Digitalisierungsfortschritt. Um unsere Mitglieder regelmäßig auf dem aktuellsten Stand unseres Arbeitseinsatzes zu halten, informieren wir nach wie vor wöchentlich auf der VPLT-Website mit „Was hat der VPLT unternommen?“ über unsere Aktivitäten.

Gemeinsame Interessenvertretung im Forum Veranstaltungswirtschaft
Besonders freut es uns, dass unser im letzten Jahr begonnene Schulterschluss mit den maßgeblichen Verbänden der Veranstaltungsbranche in 2021 im Forum Veranstaltungswirtschaft erfolgreich weitergeführt werden konnte. Durch diese Zusammenarbeit gelingt es uns nun noch besser, den Bedürfnissen unserer Branche politisches Gehör zu verschaffen und für die Interessen der Veranstaltungswirtschaft schlagkräftig gemeinsam einzutreten. Die ersten Erfolge des Bündnisses zeigten sich z.B. in der branchenspezifischen Optimierung sämtlicher Hilfsprogramme (Soforthilfe, Überbrückungshilfe I-IV, November und Dezemberhilfe, Neustarthilfe, Neustart Kultur), der Schaffung eines „Branchendialogs“ mit Politik und Ministerien, der Mitarbeit an Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten und der Zusammenarbeit mit dem ifo-Institut zur Erstellung eines Geschäftsklimaindex für die Veranstaltungswirtschaft. Im kommenden Jahr werden wir uns weiter verstärkt für eine nachhaltige Planungssicherheit und bundeseinheitliche Regelungen einsetzen. Auch Themenfelder wie der coronabedingte Strukturwandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel in unserer Branche sowie Zukunftstrends in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen auf unserer Agenda.

Professionell in Bildung, Qualifizierung und Personal
Das Anfang 2020 formulierte Leitziel des VPLT hat auch unsere Arbeit im Jahr 2021 weiterhin begleitet: Wir wollen dazu beitragen, die Veranstaltungsbranche professionell und nachhaltig für die Zukunft aufstellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere Töchterunternehmen: Die DEAplus Deutsche Event Akademie GmbH als eine der renommiertesten Weiterbildungseinrichtungen im Bereich der Medien- und Veranstaltungstechnik soll auch zukünftig als wichtiges Werkzeug gegen den Fachkräftemangel fungieren. Denn sie begleitet bereits seit Jahrzehnten verschiedene Berufsgruppen erfolgreich auf dem Karriereweg und sorgt u.a. durch die Ausbildung externer Fachkräfte dafür, dass auch kurzfristig qualifizierte Fachkräfte unserer Branche zur Verfügung stehen werden. Mehr Wachstum und ein Ausbau dieser Lehrgänge stehen daher im Mittelpunkt der künftigen Entwicklung der Akademie. Und die DPVT – Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik GmbH sorgt als anerkannte Zertifizierungsinstanz der Branche für nachhaltige Qualitätsmanagement: Sie nimmt Veranstaltungstechnikdienstleistern vor allem hinsichtlich Arbeits- und Gesundheitsschutz, Unternehmensprozesse oder Produktionsablauf genauer unter die Lupe und sorgt so dafür, dass die zertifizierten Unternehmen sich als attraktive Arbeitgeber und Auftragnehmer auf dem Markt profilieren. Immer wichtiger für eine intensive Lobbyarbeit werden für den VPLT außerdem die anderen Verbände der Veranstaltungsbranche, mit denen sich Zusammenarbeit und Vernetzung enger und intensiver gestaltet.

Mit der Ausbildungsinitiative 100PRO wollen wir die Ausbildungsqualität in unserer Branche weiterhin sichtbar machen und verbessern. Wir freuen uns sehr, dass die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft das Projekt in diesem Jahr federführend übernommen hat und es somit nun mit geballter Kraft der 20 Mitgliedsverbände fortgeführt wird. Ein weiteres Ziel der Initiative ist die Nachwuchssicherung – insbesondere angesichts des aktuellen Fachkräftemangels – sowie die Sichtbarmachung der unterschiedlichen Berufsbilder in unserer Branche.

Auch auf EU-Ebene konnten wir mit unseren Ansätzen zur Bildungspolitik weiter punkten. So erreichte der Erasmus+ Projektantrag zu „PACE-VET“, dem Nachfolgerprojekt von „TeBeVAT-3“, ein hervorragendes Ergebnis mit 90 von 100 möglichen Bewertungspunkten. Wir freuen uns sehr, mithilfe dieses Projektes auch zukünftig weitere Standards in der Aus- und Weiterbildung sowie der Erfassung von Kompetenzen setzen zu können.

Auch eine nächste Veranstaltung unserer Roadshow BEAUFTRAGUNG konnten (leider nur online) stattfinden. Wir konnten über 100 Teilnehmer  vertiefender über unterschiedliche Beauftragungsmodelle für unsere Branche informieren und Mitglieder wie auch Nicht-Mitglieder über die rechtliche Gegebenheit informieren und sensibilisieren. Diese Thematik wird uns auch im Jahr 2022 intensiv beschäftigen.

Die Fachgruppe Personal hat sich in diesem Jahr vor allem mit Themen rund um die Beauftragung / Scheinselbständigkeit beschäftigt. Die Handlungsanleitung zum Personaleinsatz im Bereich Transport in der Veranstaltungstechnik sowie die Handlungsanleitung Arbeitnehmerüberlassung wurden überarbeitet. Ganz besonders hat uns hier aber die Überarbeitung der "Funktionstabelle: Rechtsicherer bei der Beauftragung" beansprucht. Im kommenden Jahr wird sich das Gremium verstärkt mit dem Fachkräftemangel in der Veranstaltungswirtschaft sowie Maßnahmen zu dessen Bekämpfung beschäftigen. Außerdem stehen die Themen "Möglichkeit von Sozialpartnern für die Branche" sowie weitere Fragen zu Beauftragungsmodellen auf der Agenda. Die Fachgruppe wird nun im nächsten Schritt Projektteams bilden, die sich zukünftig mit den genannten Themen befassen werden. Weiter konnte die Fachgruppe Aus- und Fortbildung wieder reaktiviert werden. Nach einer Präsentation der vergangenen und aktuellen Aktivitäten werden die Treffen zukünftig als Diskussionsrunde insbesondere zu Themen wie Ausbildung und IHK-Prüfungen sowie Nachwuchsproblematik stattfinden. Des Weiteren wurde die Fachgruppe Hersteller gegründet. Neben Themen wie Normung, Messen und Return on Investment (ROI) wurde über Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gesprochen. Letzteres wird in der Zukunft, im Rahmen des Green Deals, fachgruppenübergreifend eine immer größere Rolle spielen. Die Fachgruppen leben von der Mitarbeit und stehen den Mitgliedern des Verbandes exklusiv zur Verfügung.

IGVW: „ZÄHL DAZU“-Studie
Mit „ZÄHL DAZU“ hat die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft in diesem Jahr die bisher größte Studie der deutschen Veranstaltungswirtschaft veröffentlicht. Diese zeigt eindrücklich die wirtschaftliche Größe unserer Branche, aber auch die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. Insofern stellt die Studie einen wichtigen Baustein in unserer weiteren politischen Arbeit dar. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, die sich an der Umfrage der Studie beteiligt haben.

Sondertitel für die Veranstaltungsbranche
Wichtig war und ist uns bei allen Verhandlungen, dass sich die Politik – insbesondere durch den Regierungswechsel zum Jahresende – bewusst ist, wie gerade unsere Branche von den einschränkenden Maßnahmen in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit eingeschränkt ist. Unsere zentrale Forderung bleibt daher eine Sonderbehandlung, konkreter eine finanzielle Sonderhilfe. Wir haben dafür im Forum Veranstaltungswirtschaft im Dezember einen Brief mit Erwartungen an die neue Bundesregierung formuliert, der u.a. branchenspezifische Lösungen bei den Bewältigungsprogrammen der Corona-Pandemie fordert und auch die politischen Gespräche mit der neuen Koalition gezielt aufgenommen. Die Verhandlungen laufen dafür auch im kommenden Jahr weiter.

SOS – Save our spectrum
Der VPLT unterstützt die Initiative „SOS – Save our spectrum“. Aus unserer Sicht ist ein störungsfreies Frequenzspektrum für Funkmikrofone, In-Ear-Systeme, Talkback-Systeme sowie Audio-Links für die Arbeit in unserer Branche unverzichtbar. Hierfür werden wir uns mit Blick auf die Weltfunkkonferenz 2023 weiter politisch einsetzen.

 

greenmeetings und events (gme) Konferenz und Green Deal

Die Corona-Pandemie hat die bereits zuvor begonnenen Entwicklungen zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung in unserem Wirtschaftszweig beschleunigt. Es stellt sich nicht länger die Frage, „ob“, sondern vielmehr „wie“ diese Vorgaben zukünftig umgesetzt werden können. Aus diesem Grund engagiert sich der VPLT für die gme, die in diesem Jahr (leider) als reine Online-Konferenz stattgefunden hat. Dem Klimawandel zu begegnen, ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Aus diesem Grund haben wir im Forum Veranstaltungswirtschaft einen Schulterschluss mit dem Forum Musikwirtschaft vereinbart. Damit wollen wir gemeinsam dazu beitragen, die Ziele des Green Deals der Europäischen Union zu erreichen. Auf diese Weise können wir die damit einhergehenden Veränderungen und Vorgaben für unsere Branche maßgeblich beeinflussen.

 

Europäisches Engagement

Selbstverständlich haben wir in diesem Jahr auch die übrigen, wichtigen Bereiche unserer Verbandstätigkeit nicht aus den Augen verloren: Der VPLT hat die Veranstaltungsbranche national (DIN) wie international (CEN/TC 433 + ESTA TSP) bei Normungsprozessen vertreten. Außerdem beteiligte sich der Verband bei Beratungen auf der Ebene des EU-Rechts. Ein gutes Beispiel ist die Kommentierung der „Working Time Directive“ – der europäischen Vorgabe für das deutsche Arbeitszeitgesetz – für die EU-Kommission: Wir setzen uns für eine Aufnahme des „Live Performance“ und der „Event Industry“ unter Artikel 17 (Abweichungen) der Richtlinie ein. Dadurch würden die Firmen in unserer Branche mehr Flexibilität in ihrer Arbeitszeitgestaltung erhalten. Unsere Mitarbeit bei „Pearle* Live Performance Europe“ ermöglicht uns zudem weitere direkte Kontakte in die EU-Politik. Der VPLT ist engagiert beim Green Deal, bei der Europäischen Kompetenzagenda, beim „Social Dialogue“ und in allen Themenbereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft. In der Pandemie spricht der VPLT direkt mit dem DG-Wettbewerb, um den Beihilferahmen für die Hilfsmaßnahmen in Deutschland so gut wie möglich zu gestalten.

 

Eigenes Vorstandsmitglied für die Angeschlossenen Mitglieder

Wir freuen uns sehr, dass die Jahreshauptversammlung dem Vorschlag des Vorstands am 25. November 2021 zu einer Satzungsänderung gefolgt ist. Ab dem kommenden Jahr haben die Angeschlossenen Mitglieder damit nun die Möglichkeit, ein eigenes Mitglied in den Vorstand zu wählen. Ziel ist es, die heterogene Struktur des Verbandes und die damit einhergehenden verschiedenen Sichtweisen und Themen auch im Vorstand entsprechend zu spiegeln.

 

Personalwechsel in der Geschäftsstelle

Auch in diesem Jahr gab es personelle Wechsel: Bereits seit März ist Laura van Haperen neue Bereichsleiterin für Bildung und Recht. Zum Ende des Jahres verlies Susheela Pfeil das VPLT-Team. Gleichzeitig durften wir zwei neue Mitarbeiterinnen bei uns begrüßen. Kim-Christin Manke wird als Referentin für Wirtschaft und Internationales Randell Greenlee tatkräftig unterstützen. Als neue Mitarbeiterin für Marketing und Kommunikation begrüßen wir außerdem Marie Hohlbein im Team. Unser gemeinsames Ziel wird auch in 2022 sein, unsere Veranstaltungsbranche über die schwere Zeit dieser Pandemie hinaus zu erhalten und sie nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.

 

Wir danken Ihnen daher für Ihre ideelle Unterstützung und für die Förderbeiträge, auf die wir besonders jetzt angewiesen sind, um uns weiterhin fachkompetent für Sie einsetzen zu können.

 

Das gesamte VPLT-Team wünscht Ihnen allen frohe Feiertage und Gesundheit!