Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Das müssen Betriebe erfüllen, um Ausbildungen anzubieten

 

Der VPLT hat das zum Anlass genommen, mit einem Schreiben den IHKs noch einmal deutlich darzulegen, was aus unserer Sicht für eine gute Ausbildung nötig ist. Auch um den Bildungsberatern eine Hilfestellung bei ihrer Arbeit zu geben. Das Schreiben wird auch unterstützt von ARD, AUMA, DBV, DTHG, EVVC, FAMAB sowie ver.di und dem ZDF.

Nachfolgend die sachlichen Inhalte des Schreibens:

Allgemeine Aspekte:

Bereits am 16. Dezember 2015 hat sich der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) in seiner Empfehlung 162 mit dem nicht einfachen Thema der geeigneten Ausbildungsbetriebe befasst. Diese Empfehlung muss bei der Überprüfung angewendet werden, und dabei ist es aus unserer Sicht elementar, dass:

■ die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Fachkräfte steht. Es kann nicht sein, dass in einem Betrieb dauerhaft mehr Auszubildende als Fachpersonen tätig sind;

■ die Betriebe einen betrieblichen Ausbildungsplan vorlegen, der den konkreten und betriebsspezifischen Ablauf der Ausbildung beschreibt. Es reicht hier nicht, einfach den allgemeinen Ausbildungsrahmenplan zu kopieren;

■ die Veranstaltungstechnik den Erwerbsmittelpunkt des Betriebs oder Betriebszweigs darstellt, sodass die berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozesse dort auch regelmäßig anfallen;

■ in den Betrieben die Leitung der Berufsausbildung von Personen mit entsprechender berufsfachlicher und arbeitspädagogischer Qualifikation nach Ausbildereignungsverordnung (AEVO) wahrgenommen wird.

Berufsspezifische Aspekte:

Die oben genannte Hauptausschussempfehlung 162 macht zudem direkt am Anfang deutlich, dass die Ausbildungsstätten nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung geeignet sein müssen. Wichtig ist also, dass die in der Ausbildungsverordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in vollem Umfang vermittelt werden und die Ausbildungsstätten über die dazu notwendigen materiellen und technischen Einrichtungen verfügen. Für den Ausbildungsberuf Fachkraft für Veranstaltungstechnik bedeutet das:

■ Im Betrieb ist eine Person mit elektrotechnischer Qualifikation tätig und als Elektrofachkraft benannt. Nur so können die in der Ausbildungsverordnung unter BBP2 genannten Kompetenzen qualifiziert vermittelt werden. Zu diesen zählt insbesondere das Prüfen der Betriebsmittel und der ortsveränderlichen elektrischen Anlage.

■ Der Betrieb führt regelmäßig unterschiedliche veranstaltungstechnische Projekte in einem berufstypischen Umfang durch. Diese Projekte werden geplant, in der Regel als Veranstaltung durchgeführt und abgeschlossen. Das beinhaltet auch das Konzipieren von veranstaltungstechnischen Lösungen und die Beratung von sowie Abstimmung mit Kunden oder anderen Auftraggebern.

■ Es sind im Betrieb die notwendigen Arbeitsmittel der, auf Basis der Verordnung, relevanten Arbeitsbereiche dauerhaft vorhanden, insbesondere

- unterschiedliche konventionelle und multifunktionale Scheinwerfer sowie deren Steuerungen für verschiedene Anwendungen und Veranstaltungsarten,

- unterschiedliche Mikrofone, Lautsprechersysteme und Beschallungseinrichtungen samt Regieständen, Videoprojektoren und weitere Einrichtungen der Medien- und Präsentationstechnik,

- Traversensysteme und zugehörige Hebezeuge wie Stative oder Kettenzüge,

- Bühnen-, Szenen- und Messeaufbauten, wie Podeste, Schnellbausysteme oder Bühnenbilder,

- unterschiedliche Komponenten der Energieversorgung, insbesondere Drehstromverteiler,

- berufstypisch ausgestattete Arbeitsplätze im Betrieb (z.B. Werkstätten mit Messgeräten, PCs mit entspr. Software).

Ist dies nicht der Fall, so sind weitere Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte vorzusehen und im Berufsausbildungsvertrag ausdrücklich zu vereinbaren. In der Regel handelt es sich dann um Verbundausbildung oder andere Kooperationen.

Unseres Erachtens muss sich aus den betrieblichen Ausbildungsplänen dann allerdings eindeutig ablesen lassen, welche Bereiche die Beteiligten übernehmen und dass im Verbund die Kompetenzen vollständig vermittelt werden.

Viele der im Schreiben genannten Aspekte sollten selbstverständlich sein, möchte man meinen. Leider scheint es dennoch notwendig, diese Dinge noch einmal klar beim Namen zu nennen. Das finden Sie auch? Dann sollten Sie sich auch an der Initiative 100PRO beteiligen! www.100pro.org/vplt. Bei Fragen oder Anregungen steht Ralf Stroetmann gerne als Ansprechpartner zur Verfügung: ralf.stroetmann@vplt.org.