Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Viel Bewegung im Veranstaltungsrigging

 

Qualifizierung im Rigging
Am 1. April 2017 ist der novellierte Qualitätsstandard der IGVW zu Qualifizierungen im Veranstaltungsrigging in Kraft getreten. Der SQQ2 mit dem Titel „Sachkunde für Veranstaltungsrigging“ beschreibt die Qualifizierung und Prüfung von Personen für das Rigging in der Veranstaltungstechnik in drei Stufen. Jede Stufe baut auf der jeweils anderen Stufe und der zwischenzeitlich erlangten Berufsausbildung auf. Der SQQ2 spielt somit auch bei der Auswahl von Personal eine wichtige Rolle, zumal auch die Unfallversicherungsträger in der DGUV-Regel 115-002 auf die notwendige Befähigung von Riggern explizit hinweisen!

Im Vergleich zur bis dahin gültigen Version von 2013 wurden viele Aspekte deutlicher formuliert, die in der Vergangenheit zu unterschiedlichen Interpretationen führen konnten. Das galt vor allem auch für die Zulassung zu den Kursen und die Zulassung zu den nachfolgenden Prüfungen. In diesem Zuge wurden auch die Ausbildungsinhalte und die inhaltlichen Prüfungsanforderungen geschärft und eine neue Gliederung vorgenommen.

Überarbeitet ist auch die IGVW-Rigger-Datenbank, in die die Sachkundigen aufgenommen werden und Arbeit- sowie Auftraggeber den aktuellen Status der notwendigen Nachweise ersehen können.
Dazu gehören neben dem Nachweis der zeitnahen beruflichen Tätigkeiten und regelmäßiger Weiterbildung auch die G41 sowie Erste Hilfe. Ein Mehrwert für alle Beteiligten!

Arbeitsverfahren im Rigging
In der Praxis unterscheiden sich die Arbeitsverfahren und Arbeitsmittel der klassischen „Industriekletterer“ erheblich von denen im Veranstaltungsrigging. Im Rahmen der Prolight+Sound wurde somit bei einem Roundtable mit VBG und Fachexperten diskutiert, ob im Anwendungsbereich der DGUV Information 212-001 das Veranstaltungsrigging ausgenommen werden muss. Diese Information befasst sich mit dem Arbeiten unter Verwendung seilunterstützter Zugangs- und Positionierungsverfahren.

Es war schnell klar, dass sich die Information auf das Veranstaltungsrigging nicht vollständig anwenden lässt aber gleichzeitig die Notwendigkeit besteht, auch die Arbeitsverfahren für das Veranstaltungsrigging genauer zu beschreiben. Dies kann in einem IGVW SQO2 geschehen (das „O“ steht für Organisation) und Hinweise zu Leitung und Aufsicht, Auswahlverantwortung, Koordination, Gefährdungsbeurteilung und Überwachung enthalten.

Auch aufgrund des bei Veranstaltungen und Produktionen immer herrschenden Zeit- und Kostendrucks und den damit verbundenen Unfallrisiken ist es wichtig, gerade zu diesen Aspekten branchentaugliche und bewährte Lösungen aufzuzeigen.

Technische Arbeitsmittel im Rigging
Zu den technischen Arbeitsmitteln gibt es bereits einige Anforderungen und praktische Hilfestellungen für deren Umsetzung. Bereits 2015 wurden die maschinentechnischen Arbeitsmittel der Veranstaltungstechnik in Anhang 3 der Betriebssicherheitsverordnung aufgenommen. Die Notwendigkeit von Püfungen durch Sachkundige und Sachverständige ist somit nun staatlich verordnet. Die VBG hat vor kurzem die entsprechende Informationsschrift zu Lasten über Personen, DGUV I 215-313 (vormals BGI 810-3) neu aufgelegt und auch die IGVW stellt in diesem Zusammenhang mit dem SQP1 und dem SQP2 einiges an Informationen bereit. Letzterer beinhaltet Anforderungen an Elektrokettenzüge, befindet sich gerade in Überarbeitung und wird wohl künftig um eine unter VPLT-Teilnahme erarbeitete DIN-Norm zu Elektrokettenzugsystemen ergänzt.

Der SQP1 gilt für die Bereitstellung und Benutzung von Traversen und wird wohl ebenfalls bald durch eine Norm ergänzt, die das Ergebnis des ersten Normungsprojektes unseres europäischen Normungsgremiums ist.

Aus Traversen werden häufig nicht ortsfeste Bühnenüberdachungen errichtet. Allerdings sind diese in der Regel als fliegende Bauten einzuordnen und müssen somit zusätzliche Anforderungen an Bau, Errichtung und Betrieb erfüllen. In logischer Konsequenz werden diese in einem speziellen Branchenstandard formuliert.

Die Branche stärken
Betrachtet man das Veranstaltungsrigging intensiv, wird die Komplexität und Vielfältigkeit der Arbeit schnell deutlich. Das macht sie täglich spannend und abwechslungsreich, aber ebenso ist sie herausfordernd und birgt Risiken. Und Rigging ist nur ein Teil der gesamten Bandbreite an Veranstaltungstechnik, die Fachleute effektiv, kostensparend, aber eben auch sicher einsetzen müssen. Hier sind DIN-Normen und IGVW-Branchenstandards wichtige Instrumente, um Klarheit zu schaffen sowie die Akteure im Rigging und der ganzen Veranstaltungswirtschaft zu stärken.

Und diese Instrumente nutzen wir!

 

 

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