Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Turbulente Zeiten für die Veranstaltungswirtschaft?

 

Der schreckliche Anschlag in Manchester und die Unterbrechung des Festivals Rock am Ring wegen einer Terrorbedrohung macht eins deutlich: Die Veranstaltungswirtschaft wird sich weiterhin mit dem Thema Gefährdung der Veranstaltungssicherheit durch Terrorbedrohung auseinandersetzen müssen. Die Reaktionen auf die Ereignisse geben aber auch einen positiven Blick auf die Widerstandsfähigkeit unserer Branche frei: Künstler, Veranstalter, Techniker und Fans lassen sich nicht leicht einschüchtern. Keine menschenfeindliche Ideologie schafft es, unsere Vorstellungen von einer offenen und vielfältigen Gesellschaft, die kulturelle Angebote für ein diverses Publikum generiert, zu erschüttern. Das Benefizkonzert von Ariane Grande war mit mehr als 50.000 friedlichen Fans nicht nur ein Riesenerfolg, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel von der Solidarität und Leistungsfähigkeit aller Beteiligten. Beim Rock am Ring bescheinigten zahlreiche Besucher, dass sie das Vorgehen der Polizei und der Marek Lieberberg Concert Agency begrüßten. Am Samstag wurde am Ring weiter gerockt.

Die mediale Berichterstattung, von vermeintlichen Breaking News und Eilmeldungen geprägt, suggeriert: Die westliche Welt und unsere Veranstaltungen seien unter „Dauerbeschuss“. Statistiken zeigen ein anderes Bild. Weniger als drei Prozent aller terrorbedingten Todesfälle ereignen sich laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung überhaupt in westlichen Ländern. Im Fall des Anschlages bei dem Konzert in Manchester berichteten viele deutsche Nachrichtenkanäle vom „Anschlag bei der Ariane Grande Veranstaltung“. Der Anschlag fand aber eindeutig im öffentlichem Raum statt – VOR dem ersten Sicherheitsring des Veranstalters und außerhalb des eigentlichen Spielortes.

Es geht keineswegs darum, die Bedrohung klein zu reden oder den Verlust und Verletzungen von Menschen geringschätzig zu thematisieren. Gerade wegen der berechtigten Anteilnahme für alle beklagenswerten Opfer ist eine sachliche und genaue Berichterstattung nicht nur Pflicht. Es ist auch ein geeignetes Mittel, um den Terrorismus zu bekämpfen. Schließlich ist eines der Ziele des Terrorismus, einen andauernden Zustand der Angst zu erzeugen, durch sensationelle Aktionen, die einen Widerhall in den Medien finden. Deshalb bietet der VPLT der Presse sachliche Hinweise und Informationen zum Thema Veranstaltungssicherheit an.

Die Ursachen des Terrors sind vielfältig. Einfache und schnelle Lösungen, die ein Ende von Terroranschlägen herbeiführen könnten, sind nicht in Sicht. Sicher ist, keine Veranstaltung, kein Flug, kein Spaziergang an einem touristischen Ziel ist vor einem Anschlag hundertprozentig sicher. Vernünftiges Handeln und sachliche Vorsorge sollten unsere Auseinandersetzung mit der Herausforderung prägen. Der VPLT arbeitet aus diesem Grund mit der IGVW, Event Safety Alliance, mit Behörden, Politik und allen Stakeholdern zusammen, um Veranstaltungen so sicher wie möglich zu machen. Wir fühlen uns dem Publikum und den Mitwirkenden verpflichtet. Wir wissen, dass Live-Veranstaltungen Menschen nur begeistern können, wenn sie auch zum Event kommen. Sie sollten sich dabei so sicher wie möglich fühlen.

Randell Greenlee ist VPLT Bereichsleiter für Politik & Internationales

 

 

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