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Richtiges Recruitment wird überlebenswichtig

 

Früher mussten sich Fachkräfte noch anstrengen, um von Unternehmen wahrgenommen zu werden. Dank demografischem Wandel, Fachkräftemangel und technologischer Entwicklung ändert sich das jedoch. Im Interview mit Constantin Alexander erklärt der Unternehmensberater Johannes Norrenbrock, warum Recruitment immer wichtiger wird.

 
Wie wichtig ist es für ein Unternehmen, die richtigen Mitarbeiter zu finden?

Die richtigen Mitarbeiter zu finden und auch dauerhaft zu Halten, ist für Unternehmen überlebenswichtig. Im Zuge der großen Einflussfaktoren demographischer Wandel, Fachkräftemangel und Mentalitätswandel bei den Bewerbern haben sich die Vorzeichen des Recruiting um nahezu 180 Grad gedreht. Überspitzt formuliert ist aus einer „Arbeitgebersuche“ eine „Bewerbersuche“ geworden. Ich denke viele Unternehmen täten gut daran, sich im Zuge ihrer Recruiting-Strategie selber mit den klassischen Fragen an Bewerber auseinander zu setzen, wie: Was biete ich meinen Bewerbern? Warum sollten diese sich gerade für mein Unternehmen entscheiden? Welche drei positiven, welche drei negativen Dinge würden Mitarbeiter / ehemalige Mitarbeiter über unser Unternehmen sagen? Eine ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann dem Unternehmen helfen, der enormen Wichtigkeit des Recruitings unter den neuen Bedingungen gerecht zu werden.

 
Und welche Konsequenzen wachsen daraus?

All dies senkt die Bindung an den (zukünftigen) Arbeitgeber. Daher sollte neben dem wichtigen Recruiting das ebenso wichtige Retention-Management treten, bei dem den Mitarbeitern kontinuierlich Perspektiven geboten werden und mit Flexibilität auf die sich im Wandel befindlichen Wünsche und Lebensumstände der Mitarbeiter reagiert wird.

Hierzu gehören vor allem auch die Einführung von flexiblen Arbeitszeitregelungen in der betrieblichen Praxis

 

Sie erwähnen, dass die Informationsbeschaffung heute einfacher geworden ist. Was ändert sich dadurch?

Bewerber haben heute sehr viel mehr Möglichkeiten, vor einer Bewerbung Informationen über das Unternehmen einzuholen. Dadurch sinkt die Anzahl der Bewerbungen die die Bewerber schreiben. Dieser Vorauswahlprozess der Unternehmen durch seine potenziellen Bewerber erfolgt meist anhand schnell sichtbarer Kriterien: Dazu gehören Qualität der Unternehmens-Homepage, Erfahrungsberichte von (ehemaligen) Mitarbeitern oder Präsenz in den sozialen Medien. Diese Auswahl erfolgt dabei genauso fair oder unfair, wie es vorher die Vorauswahl der Bewerber durch die Personalabteilung war, wo nicht selten die Qualität des Bewerbungsfotos oder die Länge des Anschreibens das schnell sichtbare Bewertungskriterium waren. Darauf gilt es sich als Unternehmen einzustellen.

 

Was können Unternehmen machen, um attraktiver für Talente zu sein?

Viel wichtiger als die Frage, was man als Unternehmen tun kann, um Talenten attraktiver zu erscheinen, ist für mich der Schritt davor: die Entscheidung der Geschäftsführung, ein attraktiver Arbeitergeber zu sein. Erst wenn die überlebenswichtige Rolle des Recruiting (ebenso des Retention-Managements) durch die Entscheidungsträger erkannt ist und gelebt wird, macht es Sinn, Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung einzuleiten. Und genau an diesem Schritt mangelt es eben vielen Unternehmen, und genau damit steht und fällt der Erfolg beim Recruiting.



 

 

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