Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Open-Air-Saison: Events boomen weiterhin

 

Sommer bedeutet für die Veranstaltungsbranche vor allem Arbeit: Lange Schichten, viel draußen arbeiten und am Wochenende auf die Festivals. Für die Dienstleister ist es Großkampfzeit, und auch die Hersteller stehen in der warmen Zeit vor besonderen Herausforderungen. Constantin Alexander über aktuelle Trends im Open-Air-Bereich.

Im Sommer spüren die Akteure der Veranstaltungsbranche wie selten sonst, dass sie immer dann gefragt sind, wenn andere Menschen ihre Freizeit genießen. Es gibt kein Wochenende, an dem nicht in der gesamten Republik zahlreiche Feste, Feiern, Konzerte, Festivals, Hochzeiten, Schützenfeste oder andere Events veranstaltet werden. Und der Trend zeigt, dass es auch unter der Woche immer mehr Veranstaltungen gibt, bei denen Fachkräfte gebraucht werden.
Für die Kommunen sind Events im Sommer inzwischen ein Muss geworden: Ob Sportveranstaltungen wie Marathons oder Events bei denen Fahrradfahrer oder Inline-Skater auf der Straße unterwegs sind, Kinderfeste und zahlreiche volkstümlich angehauchten Konzertabende – Events sind ein wichtiger Standortfaktor, der das Image einer Stadt oder eines Dorfes positiv prägen soll.
Nahezu alle Vertreter der Veranstaltungsbranche sprechen von sogenannten Peaks bei den Aufträgen im Sommer. Besonders Stagehands werden für Festivals und andere Open-Air-Veranstaltungen oft dringend gesucht, und immer häufiger sieht man ganze Trupps aus anderen Ländern, die von Festival zu Festival fahren. Events boomen also.
Gleichzeitig steigt der Anspruch an die Veranstaltungstechnik. Nicht nur, was die Qualität und Sicherheit der Events selbst angeht, auch die Technik selbst ist steigenden Ansprüchen ausgeliefert. Besonders bei Festivals, wo die Infrastruktur selten länger als ein Wochenende steht und in der näheren Umgebung häufig nur ländlicher Raum ist, muss die verwendete Technik hundertprozentig verlässlich und sicher sein. Ein Trend, der sich abzeichnet, ist das Einsparen von Ressourcen: Sei es Strom, um Kosten zu drücken und kritische Belastungs-Peaks zu vermeiden, oder Wasser.
So sieht man auf immer mehr Festivals inzwischen ergänzende Solaranlagen und mitunter sogar neuartige Mini-Windkraftwerke. Aber auch im Bereich der Toiletten hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan: Ökologische Mobilsanitäranlagen haben nichts mehr vom Holzplumpsklo früherer Hippie-Festivals, sondern führen den Trend zur Nachhaltigkeit konsequent weiter. Bei der Entsorgung wird dabei nicht nur Chemie und damit Geld gespart. Die Überbleibsel lassen sich zum Teil sogar gewinnbringend an Landwirte weiter verkaufen.
Doch auch die Festivals selbst haben sich stark gewandelt. Die Zahl ist klar gestiegen, und auch die Formen selbst. Ging man früher bei Festival davon aus, dass es sich um Zelten plus einer oder mehrerer Bühnen handelt, hat inzwischen das Luxussegment stark zugelegt. Festivals in Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen oder sogar in Bungalow- und Feriendörfern liegen klar im Trend und sollen vor allem ein älteres und wohlhabenderes Publikum ansprechen. Vorbei die Zeit, wo man Dosenravioli essen und warmes Bier trinken musste. Vereinzelte Festivals bieten Full-Service mit Kinderbetreuung und Wellness an. Auch auf WLAN muss man immer seltener verzichten.
Eine Frage, die bei der Flut der Festivals und Open-Air-Saisons dabei für die Veranstaltungsbranche immer mit im Raum steht: Steigt auch die Vergütung auf der Technikerseite? Oder sorgt die wachsende Zahl der Events dafür, unterm Strich die gleiche Summe an Geld auf mehr Menschen verteilt werden muss? Das wird sich am Ende der Saison zeigen.

 

 

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