Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

„Kosteneinsparungen gehen zu Lasten von Sicherheit“

 

Wie erleben Sie derzeit den Umgang mit dem Thema Sicherheit in der Veranstaltungsbranche?
Durch die Verdichtung der Arbeit und oftmals prekäre Arbeitsverhältnisse gibt es viel Nachholbedarf: gerade bei Großveranstaltungen, wo viele Menschen arbeiten, die nur kurz in der Branche sind. Da fehlt Wissen, Zeit und auch ein Bewusstsein. Besonders die Freien leiden unter Kosteneinsparungen, die häufig zu Lasten von vernünftigen Sicherheitsumsetzungen gehen.

Ist es denn so schwierig, sicher zu arbeiten?
Ich bin hauptsächlich im Theaterbereich unterwegs. Viele freie Theater bemühen sich, etwas hinzukriegen. Doch mit dem zeitlichen, räumlichen und finanziellen Rahmen ist das mitunter schwierig. Aus meiner Sicht ist es jedoch möglich, auch bei einem knappen Budget sichere Veranstaltungen zu machen.

Erleben Sie denn eine Entwicklung?
Ja! Durch die Weiterentwicklung der Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik wird es deutlich besser. Man merkt schon, dass die jungen Kräfte eine wesentlich höhere Bereitschaft haben, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und die Älteren hingegen merken, dass sich Arbeitsschutz lohnt, da sie langsam die Folgen spüren. Da treffen zwei gute Pole aufeinander: Die Alten, die an sich selbst spüren, wie das ist, wenn man keinen vernünftigen Lärmschutz, feste Schuhe oder einen Helm trägt. Und die Jungen, die von vornherein sensibler ausgebildet werden und offen sind.

Wie sind Sie denn Fachkraft für Sicherheit geworden?
Seit ich 16 Jahre alt bin mache ich Veranstaltungen. Ich habe dann Medienbetriebstechnik an der HAW Hamburg studiert, die Beleuchtungsmeisterprüfung abgelegt und drei Jahre als Bühnenbildassistentin am Deutschen Schauspielhaus gearbeitet und bin dann in ein Ingenieursbüro eingestiegen. Der ausscheidende Senior Partner damals war der erste Sicherheitsingenieur in Hamburg, der nicht von der Stadt kam. Der hat gesehen, dass es in dem Bereich Fachleute braucht, die sich mit der Materie auskennen. Er hat mich dann bestärkt, die Ausbildung zur Fachkraft für Sicherheit zu machen.

Dipl.-Ing. Kerstin Budde ist Mitgeschäftsführerin der Firma that hamburg GmbH. Seit mehr als zehn Jahren ist sie als Sicherheitsingenieurin im Theater tätig, im Moment betreut sie sechs Hamburger Theater. Davor war sie Technische Leiterin bei Filmfestivals, Technikerin bei Theaterfestivals und im Tourneebetrieb unterwegs.

Hier gibt es mehr Infos zur VPLT FaSi-Initiative.

 

 

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