Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Die Branche hat einen riesigen Sprung gemacht

 

Für mich gab es in diesem Jahr viele Höhepunkte, doch zwei haben mich besonders glücklich gemacht: Im Frühjahr durfte ich mit meinem Unternehmen zum ersten Mal überhaupt ein Event in einem Flugzeug ausrichten. Für den Star-DJ Robin Schulz haben wir ein professionelles Set-up in einer Boeing 747 aufgebaut – die Veranstaltungsbranche kennt eben keine Grenzen.
Im Mai wurde ich dann zum Vorsitzenden des VPLT gewählt, eine Ehre, der ich mir jeden Tag bewusst bin. Gerade in diesem Jahr zeigte sich nämlich, wie spannend, vielfältig, kreativ und leistungsstark unsere Branche ist.
Dank technologischer Innovationen wie 3D-Audio oder Hologramme verschwimmen die Grenzen zwischen realen und digitalisiert erzeugten Welten immer mehr – etwas, worauf wir uns vorbereiten müssen. Denn ein Blick in die Entertainment-Zentren wie Las Vegas oder China zeigt, wohin die Reise geht. Und da in diesem Jahr wohl so viele Musikstars wie nie zuvor gestorben sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Technologie weit genug ist, um einen Auftritt von Prince, den Beatles oder Frank Sinatra perfekt zu imitieren.
Auch stellt sich die Frage, wie sich Messen und Konferenzen in den kommenden Jahren verändern werden, wenn Virtual-Reality sich weiter entwickelt. Wird es irgendwann nicht mehr notwendig sein, einen Kunden persönlich zu besuchen, weil man mit ihm über eine Datenbrille chattet? Und braucht man überhaupt noch Messen, wenn man jedes Produkt in bester 3D-Optik über eine Datenbrille anschauen und mit einem Datenhandschuh anfassen kann? Ich persönlich bin überzeugt, dass das Menschliche in unserer Branche weiterhin das Fundament erfolgreichen Arbeitens ist, und deshalb sehe ich die technologische Entwicklung auch wohlwollend.

Menschen machen diese Branche erfolgreich
2014 hat sich der VPLT ein neues Leitbild gegeben: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Und zwei Jahre später hat sich an unserer Einstellung nichts geändert. Die Neuordnung der Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik, die in diesem Sommer implementiert wurde, ist daher ein Meilenstein. Die Neujustierung, an der VPLT Bereichsleiter für Bildung & Recht Ralf Stroetmann in den vergangenen Jahren intensiv mitgearbeitet hat, hilft jungen Menschen am Anfang ihrer Karriere, einen guten Start in unsere Branche zu haben. Und mit der Ausbildungsinitiative 100PRO zeigen wir, wo das Niveau für eine sachgerechte und humane Ausbildung liegen muss. Die Reaktionen auf beides – auch bei unseren Partnern und der Politik – bestärken uns in unserem Weg.
Anstatt zu meckern und irgendwelche sinnlosen Petitionen im Internet zu starten, die nie jemand lesen wird, geht es dem VPLT darum, konstruktiv und partnerschaftlich mit anderen zu arbeiten – und das mit sehr langem Atem. Und wir sehen: Es zahlt sich aus!
Auch international gab es deshalb einen großen Sprung nach Vorne. Dank des Engagements von VPLT Bereichsleiter Finanzen & operatives Geschäft Sacha Ritter haben wir mehrere europäische Projekte angeschoben, die Grundlage einer harmonisierten Sicht auf Kompetenzen und Qualifikationen innerhalb Europas werden können. Aktuell geschieht dies im Rahmen bildungswissenschaftlicher Arbeit im Bereich der Meister, Fachkräfte und Branchenzugehörige ohne Formalqualifikation mit dem Ziel, eine Vereinfachung der rechtskonformen Arbeit innerhalb Europas zu schaffen. Und mit dem Projekt EI-Integration entwickeln wir in einer interdisziplinär zusammengesetzten Projektgruppe pragmatische Lösungsansätze für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten und Zuwanderern in die Veranstaltungsbranche – immer unter Beachtung unseres Leitbildes „Der Mensch im Mittelpunkt“.
Davon profitieren nicht nur wir Akteure in der Branche – das hat auch Leuchtturmcharakter für die ganze Gesellschaft.
Denn wir und unsere Expertise werden sehr genau beobachtet. Das berichtet VPLT Bereichsleiter Randell Greenlee immer wieder, wenn er in Russland, Saudi-Arabien, China oder in den USA unterwegs ist, um vor Ort die Netzwerke für deutsche Hersteller und Dienstleister zu knüpfen und gemeinsam mit unserer Partnerin, der Messe Frankfurt, die Marke Prolight + Sound weiter international voran bringen.
Was das bringt, erleben wir jedes Jahr bei der Prolight + Sound in Frankfurt, wenn sich die internationale Szene am VPLT Stand trifft, um sich auszutauschen und konkret gemeinsame Projekte in den Bereichen Bildung, Handel und Innovationen plant.

Die Richtung stimmt, doch der Weg wird nicht einfacher
Die vergangenen zwölf Monate waren arbeitsreich und anstrengend, doch zeigen sie, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Natürlich gibt es immer noch Herausforderungen – das Preisdumping, die Ausbeutung von Fachkräften, auch die Selbstausbeutung und die Risiken, die durch eine mangelhafte Alters- und Krankenvorsorge entstehen. Unsere Branche kann es sich nicht mehr erlauben, Ungerechtigkeiten als Spezialeigenschaften zu verkaufen.
An der Stelle werden wir weiter arbeiten und für mehr Nachhaltigkeit kämpfen. Doch das schaffen die Mitarbeiter des VPLT nicht allein – da ist das Engagement von allen gefragt. Deshalb: Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass unsere Branche weiterhin kreativ und innovativ ist – bei gerechtem Lohn und guten Arbeitsbedingungen. Das geht! Wir müssen es nur wollen.

Helge Leinemann ist Vorstandsvorsitzender des VPLT

 

 

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