Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Der Brexit wird der Veranstaltungsbranche schaden

 

Die Menschen in Großbritannien haben sich entschieden, die Mitgliedschaft in der Europäischen Union zu beenden und den weltgrößten Wirtschaftsraum zu verlassen. Wie bei solchen fundamentalen politischen Ereignissen ist es schwierig, klare Aussagen über die Zukunft zu treffen. Doch schon in den wenigen Tagen vor Redaktionsschluss des VPLT Insides wurde deutlich, dass die britische Wirtschaft unter der Entscheidung für den sogenannten Brexit leiden wird.

Ein massiver Verlust der Aktienwerte vieler britischer Unternehmen oder Firmen, die eng mit Großbritannien verbunden sind, und eine krasse Abwertung der britischen Währung Pfund waren nur zwei der zahlreichen Folgen direkt nach der Abstimmung am 23. Juni. Die damit zusammenhängende Unsicherheit sorgt direkt für weniger Investitionen, was auch deutsche Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche spüren werden, die ihre Produkte und Dienstleistungen nach Großbritannien exportieren.

Schon vor der Abstimmung gingen Experten aus der Branche davon aus, dass ein Brexit große negative Auswirkungen mit sich bringen würde. In einem Bericht von PricewaterhouseCoopers wurde geschätzt, dass der Sektor bis zum Jahr 2020 mehr als 85 Milliarden Euro an Umsätzen in Großbritannien bringt – wenn die EU nicht verlassen wird. In einer Umfrage stimmten 77,6 Prozent der Befragten aus der Musikindustrie für einen Verbleib gestimmt.

Interessanterweise gab es auch Warnungen aus den USA: Wie im Branchenmagazin „Variety“ berichtet wurde, wollen Investoren im Entertainment-Bereich nach einem Brexit vorsichtiger sein, was Produktionen in Großbritannien angeht. Alle Vertreter von PLASA, dem Schwesterverband des VPLT in Großbritannien, gaben mir gegenüber an, dass sie für einen Verbleib in der EU sind. Auch die Mitglieder im CEN/TC 433 Entertainment-Technology-Normungsprozess sind einstimmig für die Fortsetzung der Mitgliedschaft in der EU.

Erstaunlich ist das nicht: In unserer Branche herrscht ohnehin Kooperationsbereitschaft und Weitsicht. Es gibt unterschiedliche Meinungen, aber alle wissen: Nur gemeinsam sind wir stark. Das gilt auch in Europa: Ein einzelner EU-Staat hat im internationalen Handeln gegenüber den großen Playern China oder der USA kaum Gewicht. Neben dem direkten Handel wäre auch die Einführung von Standards bei Produkten und Dienstleistung und bei der Bildung in eine einem so großen Staatenbund wie der EU sinnvoller, als wenn jede Nation seine eigenen Standards entwickelte. Die EU ist schon – alleine als Markt und beim Wirtschaftspotenzial – eine andere Nummer.

Randell Greenlee, VPLT Bereichsleiter Politik & International

 

 

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