Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Bühnennebel auf dem Prüfstand

 

Ein wesentlicher Bestandteil von Bühnennebel ist der Stoff 1,2-Propandiol. Und genau für diesen Stoff wird gerade geprüft, ob eine Kennzeichnung mit dem Symbol „Reizt die Atemwege“ notwendig ist. „Das hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Branche“, erklärt VPLT Bereichsleiter Bildung & Recht Ralf Stroetmann.

Bereits vor einiger Zeit hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen entsprechenden Antrag an die European Chemicals Agency (ECHA) gestellt. Ziel des Antrags ist, dass für den oben genannten Stoff künftig eine Kennzeichnungspflicht wegen der so genannten Ziel-Organtoxizität bei einmaliger Exposition besteht. Das bedeutet eine eindeutige Auswirkung auf die Gesundheit auch schon bei einmaliger Berührung damit, hier eine Reizung der Atemwege.
In Konsequenz müssten alle Nebelflüssigkeiten mit einem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet werden, wenn die Konzentrationsgrenzwerte überschritten sind. Was regelmäßig der Fall sein dürfte. Das kann durchaus für die eine oder andere zusätzliche Diskussion mit Beteiligten und Künstlern führen. Auch können Veranstalter und Betreiber in die Situation kommen, die Nicht-Reizbarkeit für den erzeugten Nebel zu belegen und in einer Gefährdungsbeurteilung nachzuweisen.

Bei der Antragsstellung führt die BAuA auch Internetforen und Online-Artikel als Grundlage an, die von ergänzenden Studien begleitet werden. Diese Studien geben aber nach mehrheitlicher Einschätzung keinen wissenschaftlichen Beleg für einen kausalen Zusammenhang von 1,2-Propandiol und Atemwegsreizungen. Dem VPLT ist in der Veranstaltungspraxis bisher auch keine durch Nebel verursachte tatsächliche gesundheitliche Auswirkung bekannt. Als Hintergrund ist sicher auch relevant, dass dieser Stoff auch im Liquid der E-Zigarette enthalten ist. Es drängt sich die Frage auf, ob die Veranstaltungsbranche hier (mal wieder) nur ein aus Sicht der Politik unbedeutender Nebenschauplatz ist.

Die BAuA hat den Antrag ohne die häufig übliche Einbeziehung betroffener Kreise eingereicht, sodass wir erst kurzfristig von diesem erfahren haben und nur ein entsprechend kleines Zeitfenster für Kommentierungen zur Verfügung stand. Dennoch hat der VPLT einen entsprechenden Kommentar an die ECHA verfasst und geschickt, um unbegründete Einschränkungen für unsere Branche abzuwenden. Wir hoffen, dass uns das gelingt und informieren natürlich weiter!

 

 

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