Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

APWPT sendet Schreiben an den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft

 

Das Papier an Günther H. Oettinger wird von 30 Branchenorganisationen unterstützt

Im Rahmen der Prolight + Sound 2016 gab es ein umfassendes Update zum Thema Frequenzen für drahtlose Mikrofone. Im Rahmen der Diskussion mit den Veranstaltungsteilnehmern wurde deutlich, dass nach vielen Jahren Studientätigkeit in vielen nationalen und internationalen Arbeitsgruppen, der breite Wunsch nach Planungssicherheit immer noch nicht beantwortet ist.

Daher hat APWPT betroffene Akteure zum Entwurf eines gemeinsamen Schreibens an die Europäische Kommission eingeladen. Wir sind sehr dankbar für die intensive Unterstützung und die zum Thema deutlich gemachten Standpunkte. Über mehrere Zwischenschritte wurde ein Schreiben entworfen, das auf weitere notwendige Schritte eingeht, basierend auf positive Abläufe und deren erkennbare Umsetzung.

Gemeinsam bedanken wir uns für die von der Europäischen Kommission (EC) im September 2014 getroffene Entscheidung zur Harmonisierung von Frequenzen im 800-MHz- und 1.800-MHz-Bereich. Warum war dieser Schritt so bedeutend? In der Zeit zuvor wurden drahtlose Mikrofone als eine Technologie verstanden, die ausschließlich „freie“ Frequenzen verwendet, wofür immer eine ausreichende Menge zur Verfügung stand. Das war über einen langen Zeitraum offenbar richtig, insbesondere vor der Digitalisierung des Fernsehens standen im UHF-TV-Bereich nahezu immer ausreichende Ressourcen für drahtlose Mikrofone zur Verfügung.

Diese Situation hat sich aber in mehrere Schritte zum Nachteil der Nutzer drahtloser Mikrofone entwickelt. Die EU-Kommission bestätigte daher im Jahr 2014, nach der Öffnung von 800 MHz für den Mobilfunk, erstmalig diese Situation und formulierte die Notwendigkeit eines Europaweiten Lösungsansatzes. Wir kennen weltweit keinen vergleichbaren Vorgang, bei dem für drahtlose Mikrofone 29 MHz für einen großen Wirtschaftsraum harmonisiert wurden und gleichzeitig alle Mitgliedländer zur nationalen Identifizierung weiterer 30 MHz aufgefordert wurden.     

Trotz dieses durchaus positiven Ablaufs, haben wir uns die Frage gestellt, welchen Status die nationale Umsetzung der EC-Entscheidung hat? Wir mussten feststellen, dass sich hier ein eher gemischtes Bild ergibt. Wenigen vollständigen Umsetzung stehen eine Reihe unvollständiger nationaler Umsetzungen entgegen.

Seit Europa öffentlich die zukünftige Nutzung des verbleibenden UHF-TV-Bereichs diskutiert, scheint sich die Situation für drahtlosen Mikrofone weiter zu verschlechtern. Insbesondere die 700-MHz-Vergabe an den Mobilfunk stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Daher fordern wir die Europäische Kommission auf, auch hier einen nachhaltigen Lösungsansatz zu unterstützen. Zuvor haben eine Reihe von Arbeitsgruppen alternative Frequenzbereiche untersucht. Deren Ergebnisse müssen jetzt nachhaltig und verlässlich umgesetzt werden.

Wir schließen unser Scheiben an Herrn Oettinger mit der Feststellung, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft weitere Unterstützung zur Zuweisung von Mikrofonfrequenzen (Spectrum for PMSE) in den EU-Mitgliedstaaten und, wenn möglich, darüber hinaus benötigt.

 

 

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